Aufsatz zum Thema „säkularisierte Transzendenz“

Der auf einen Vortrag von 2014 zurückgehende Aufsatz betrachtet die Begriffe „Autonomie“ und „Bewährung“ im Kontext einer säkularisierten Transzendenz. Letztere Perspektive führt aus der Sackgasse der bisherigen Säkularisierungsdebatte, die zu sehr einer Verfallsperspektive auf den Säkularisierungsprozess verhaftet geblieben ist. Analysiert man nämlich fallanalytisch, was die Säkularisierung auf der Ebene von Individuen material bzw. „positiv“ bedeutet, zeigt sich, dass die selbst in der Religionssoziologie häufig vorgenommene Kennzeichnung von säkularisierten Subjekten als „Ungläubige“ bzw. als Menschen ohne Glauben analytisch fragwürdig und irreführend ist. Nicht nur muss man auch hier von „Glauben“ sprechen, einem Glauben mit säkularisierten Inhalten. Für diesen ist auch der Bezug auf ein Jenseits ebenso zentral, wie bei einem religiösen Glauben, allerdings auf ein säkularisiertes Jenseits, das insbesondere in dem Bezug auf eine weiterexistierende Gemeinschaft, ein Gemeinwesen, die Menschheit u.ä. besteht.

Franzmann, Manuel (2018): Bewährung und säkularisierte Transzendenz. Der Bewährungsbegriff aus säkularisierungstheoretischer Perspektive. In: Behrend, Olaf & Zizek, Boris (Hg.): Autonomie und Bewährung. Grundbegriffe rekonstruktiver Bildungsforschung. (Rekonstruktive Bildungsforschung 10). Wiesbaden: VS Springer.

Verlagsseite